Weg für den neuen Friedwald ist frei

05.06.2012
Schwarzwälder Bote. Von Lothar Herzog

Nach knapp zweijährigem zähem Verfahrens- und Verhandlungsmarathon ist die Genehmigung für die Einrichtung eines Friedwalds auf dem Kaltbrunner "Roßberg" jetzt mit Brief und Siegel im Rathaus eingegangen.Die Eröffnungsfeier des Friedwalds ist für den 13. Juli geplant. Diese gute Nachricht übermittelte Bürgermeister Thomas Schenk jüngst erleichtert dem Gemeinderat. Vor allem, weil sich das rund 50 Hektar große Planungsgebiet in einem ausgewiesenen Vogelschutzgebiet befindet, in dem das Auerwild gestört werden könnte, hat das Vorhaben so lange gedauert.

Doch die nächste Hürde wartet schon: Für einen Parkplatz, der ganz in der Nähe der Roßberg-Kapelle für Angehörige von Beisetzungen und Besucher angelegt werden soll, braucht die Gemeinde eine Baugenehmigung vom Landratsamt Rottweil. "Das schaffen wir auch", kommentierte der Bürgermeister hinsichtlich der bisher zu berücksichtigenden Belange der Behörden.

Es gilt aber, noch weitere Formalitäten zu erledigen. So soll nach Auskunft von Schenk in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 27. Juni die Friedhofssatzung beschlossen werden. Auch muss mit dem Waldbesitzer, dem Hause Fürstenberg, eine Dienstbarkeit abgeschlossen werden, also ein Nutzungsrecht. Nach der Eröffnung sei ein Waldinformationstag vor Ort für die Bevölkerung geplant, blickte Schenk voraus. Betreiber des Friedwalds ist die Friedwald GmbH aus Griesheim bei Darmstadt, die bundesweit über 40 Friedwälder betreut, davon acht in Baden-Württemberg – mit steigender Tendenz. Der von Schenkenzell aus nächstgelegene Friedwald befindet sich im rund 80 Kilometer entfernten Rheinau im Ortenaukreis.

Eine letzte Ruhestätte an den Wurzeln von Bäumen im Wald, das ist für viele Menschen ein tröstlicher Gedanke. In Schenkenzell besteht für eine Bestattung im Wald durchaus Interesse. Dies zeigte die erstmalige Vorstellung bei der Bürgerversammlung im Januar 2011. Im Zuge der Friedwaldeinrichtung soll auch die in die Jahre gekommene Kapelle, die ebenfalls dem Adelshaus gehört, saniert werden. Bürgermeister Schenk rechnet mit Kosten von rund 100 000 Euro, hofft aber auf eine gemeinsame Finanzierung mit dem Hause Fürstenberg sowie mit Zuschüssen vom Denkmalamt. In dem sakralen Kleinod, in dem einst viele Jahre Gottesdienste für Kaltbrunner Bürger abgehalten wurden, könnten Trauerfeiern für Beisetzungen im Friedwald stattfinden.

Die St. Georg-Kapelle im barocken Baustil wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde im Jahre 1547 abgerissen und 1577 neu erbaut. Sie bietet bis zu 100 Personen Platz.

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